Unternehmenszahlen helfen erst dann, wenn Herkunft, Aussagekraft und ausgeblendete Kosten bekannt sind. Eine solide Entscheidung verbindet Rechnungslegung, Liquidität, Investitionsbedarf und Kaufpreis.
Praxisbeispiel
Ein Händler kann Gewinne ausweisen und dennoch Liquiditätsprobleme haben, wenn Kunden nach 90 Tagen zahlen, Lieferanten aber früher.
Was Sie vor dem nächsten Schritt prüfen sollten
Tatsächlicher Cashflow
Analysieren Sie tatsächliche Ein- und Auszahlungen, Zahlungsziele und Investitionsbedarf. Ein guter Buchgewinn garantiert keine ausreichende Liquidität für Schuldendienst und Betrieb.
Abschlüsse und historische Zahlen
Fordern Sie Abschlüsse mehrerer Jahre und aktuelle Zahlen an, nicht nur eine Einzelangabe. Gleichen Sie bei Bedarf Buchhaltung, Steuererklärungen, Bankdaten und Geschäftsbereiche ab.
Working Capital
Der Bedarf an Working Capital schwankt. Prüfen Sie Forderungen, Verbindlichkeiten, Warenlager und Liquidität und vereinbaren Sie Anpassungen beim Vollzug.
Gesamter Kapitalbedarf
Kalkulieren Sie neben dem Kaufpreis auch die Mittel für den laufenden Betrieb nach dem Erwerb. Planen Sie Reserven für Beratung, Anpassungen, mögliche Steuern und Betriebskapital ein.
Saisonalität
Untersuchen Sie bei saisonalem Geschäft mindestens ein vollständiges Jahr. Vergleichen Sie Hoch- und Nebensaison, Aushilfen, Miete, Lager und Liquiditätsbedarf in schwachen Monaten.
So nutzen Sie diesen Leitfaden
Fordern Sie für wichtige Angaben Belege an und halten Sie offene Punkte fest. Vergleichen Sie Antworten mit Unterlagen, besuchen Sie den Betrieb bei Bedarf und besprechen Sie wesentliche Risiken vor einer Bindung mit Fachleuten. Ergänzen Sie fehlende Zahlen nicht durch eigene Vermutungen.
Unterlagen, die Sie vor dem nächsten Schritt anfordern sollten
Eine Verkaufsbeschreibung ersetzt keine Prüfung. Diese Unterlagen helfen, belegbare Fakten von Erwartungen zu unterscheiden:
- Kontoauszüge und Abstimmungen
- Altersstruktur offener Forderungen
- Jahresabschlüsse der letzten drei Jahre
Fordern Sie Unterlagen passend zum Verhandlungsstand an und wahren Sie die Vertraulichkeit. Sensible Dokumente sollten erst nach Identitätsprüfung zugänglich sein.
Fazit
Eine gute Transaktion beginnt mit einem klaren Kaufgegenstand, überprüften Fakten und dokumentierten Vereinbarungen. Nutzen Sie diese Hinweise als Fragenkatalog, nicht als Ersatz für die Einzelfallprüfung.
Nur allgemeine Informationen, keine individuelle Rechts-, Steuer- oder Finanzberatung. Die Regeln hängen vom Einzelfall ab und können sich ändern.