Unternehmenszahlen helfen erst dann, wenn Herkunft, Aussagekraft und ausgeblendete Kosten bekannt sind. Eine solide Entscheidung verbindet Rechnungslegung, Liquidität, Investitionsbedarf und Kaufpreis.
Praxisbeispiel
Zwei Firmen mit gleichem Umsatz können völlig unterschiedliche Ergebnisse erzielen, wenn eine gute Margen hat und die andere ständig rabattiert.
Was Sie vor dem nächsten Schritt prüfen sollten
Tatsächliche Margen
Prüfen Sie die Margen je Produkt oder Leistung und ihre Entwicklung, nicht nur den Gesamtumsatz. Einkaufspreise, Löhne, Retouren und Rabatte können die Profitabilität belasten.
Abschlüsse und historische Zahlen
Fordern Sie Abschlüsse mehrerer Jahre und aktuelle Zahlen an, nicht nur eine Einzelangabe. Gleichen Sie bei Bedarf Buchhaltung, Steuererklärungen, Bankdaten und Geschäftsbereiche ab.
Zustand und Wert des Warenbestands
Zählen Sie den Warenbestand und prüfen Sie Zustand, Alter und Verkäuflichkeit. Klären Sie, ob er im Preis enthalten ist, gesondert berechnet oder beim Abschluss angepasst wird.
Branchenspezifische Risiken
Jede Branche hat Besonderheiten, die eine einzelne Kennzahl verschweigt. Prüfen Sie Regulierung, Margen, Ausstattung, Kunden, Wettbewerb und Nachfragezyklen.
Bewertungsmethoden
Ein einzelnes Bewertungsmultiple ist kein verbindliches Gutachten. Berücksichtigen Sie nachhaltige Erträge, Vermögenswerte, Risiken, Perspektiven und wirklich vergleichbare Transaktionen.
So nutzen Sie diesen Leitfaden
Fordern Sie für wichtige Angaben Belege an und halten Sie offene Punkte fest. Vergleichen Sie Antworten mit Unterlagen, besuchen Sie den Betrieb bei Bedarf und besprechen Sie wesentliche Risiken vor einer Bindung mit Fachleuten. Ergänzen Sie fehlende Zahlen nicht durch eigene Vermutungen.
Unterlagen, die Sie vor dem nächsten Schritt anfordern sollten
Eine Verkaufsbeschreibung ersetzt keine Prüfung. Diese Unterlagen helfen, belegbare Fakten von Erwartungen zu unterscheiden:
- Bestandsaufnahme und Bewertungsmaßstäbe
- Wichtige Lieferanten und Einkaufskonditionen
- Jahresabschlüsse der letzten drei Jahre
Fordern Sie Unterlagen passend zum Verhandlungsstand an und wahren Sie die Vertraulichkeit. Sensible Dokumente sollten erst nach Identitätsprüfung zugänglich sein.
Fazit
Eine gute Transaktion beginnt mit einem klaren Kaufgegenstand, überprüften Fakten und dokumentierten Vereinbarungen. Nutzen Sie diese Hinweise als Fragenkatalog, nicht als Ersatz für die Einzelfallprüfung.
Nur allgemeine Informationen, keine individuelle Rechts-, Steuer- oder Finanzberatung. Die Regeln hängen vom Einzelfall ab und können sich ändern.