Unternehmenszahlen helfen erst dann, wenn Herkunft, Aussagekraft und ausgeblendete Kosten bekannt sind. Eine solide Entscheidung verbindet Rechnungslegung, Liquidität, Investitionsbedarf und Kaufpreis.
Praxisbeispiel
Auch bei 80.000 Euro Kaufpreis kann zusätzliches Geld für Kaution, Umbau, Löhne, Lieferanten und die ersten Monate nötig sein.
Was Sie vor dem nächsten Schritt prüfen sollten
Was der Kaufpreis enthält
Prüfen Sie, was im Angebotspreis enthalten ist: Anlagen, Warenbestand, Immobilien, Kautionen, Liquidität und mögliche Schuldenanpassungen. Ohne Aufschlüsselung sind Angebote kaum vergleichbar.
Gesamter Kapitalbedarf
Kalkulieren Sie neben dem Kaufpreis auch die Mittel für den laufenden Betrieb nach dem Erwerb. Planen Sie Reserven für Beratung, Anpassungen, mögliche Steuern und Betriebskapital ein.
Working Capital
Der Bedarf an Working Capital schwankt. Prüfen Sie Forderungen, Verbindlichkeiten, Warenlager und Liquidität und vereinbaren Sie Anpassungen beim Vollzug.
Zusätzliche Kosten
Rechnen Sie Beraterhonorare, Registerkosten, Maklergebühren, Umbauten, Genehmigungen und Finanzierungskosten hinzu. Der ausgeschriebene Preis ist nur ein Teil der Anfangsausgaben.
Den Vollzug planen
Planen Sie den Vollzug anhand offener Bedingungen, zu übergebender Unterlagen, Zahlungen und Pflichten nach dem Abschluss. Eine mündliche Einigung ersetzt keinen ordnungsgemäßen Vollzug.
So nutzen Sie diesen Leitfaden
Fordern Sie für wichtige Angaben Belege an und halten Sie offene Punkte fest. Vergleichen Sie Antworten mit Unterlagen, besuchen Sie den Betrieb bei Bedarf und besprechen Sie wesentliche Risiken vor einer Bindung mit Fachleuten. Ergänzen Sie fehlende Zahlen nicht durch eigene Vermutungen.
Unterlagen, die Sie vor dem nächsten Schritt anfordern sollten
Eine Verkaufsbeschreibung ersetzt keine Prüfung. Diese Unterlagen helfen, belegbare Fakten von Erwartungen zu unterscheiden:
- Finanzverbindlichkeiten und Tilgungsplan
- Entwicklung des Working Capital und der Bestände
- Wartungshistorie und ausstehende Investitionen
Fordern Sie Unterlagen passend zum Verhandlungsstand an und wahren Sie die Vertraulichkeit. Sensible Dokumente sollten erst nach Identitätsprüfung zugänglich sein.
Fazit
Eine gute Transaktion beginnt mit einem klaren Kaufgegenstand, überprüften Fakten und dokumentierten Vereinbarungen. Nutzen Sie diese Hinweise als Fragenkatalog, nicht als Ersatz für die Einzelfallprüfung.
Nur allgemeine Informationen, keine individuelle Rechts-, Steuer- oder Finanzberatung. Die Regeln hängen vom Einzelfall ab und können sich ändern.