Unternehmenszahlen helfen erst dann, wenn Herkunft, Aussagekraft und ausgeblendete Kosten bekannt sind. Eine solide Entscheidung verbindet Rechnungslegung, Liquidität, Investitionsbedarf und Kaufpreis.
Praxisbeispiel
Ein Verkäufer bewertet vielleicht zwanzig Jahre Arbeit; der Käufer muss den Preis jedoch durch zukünftige Erträge und Risiken rechtfertigen.
Was Sie vor dem nächsten Schritt prüfen sollten
Was der Kaufpreis enthält
Prüfen Sie, was im Angebotspreis enthalten ist: Anlagen, Warenbestand, Immobilien, Kautionen, Liquidität und mögliche Schuldenanpassungen. Ohne Aufschlüsselung sind Angebote kaum vergleichbar.
Bewertungsmethoden
Ein einzelnes Bewertungsmultiple ist kein verbindliches Gutachten. Berücksichtigen Sie nachhaltige Erträge, Vermögenswerte, Risiken, Perspektiven und wirklich vergleichbare Transaktionen.
EBITDA richtig einordnen
EBITDA erleichtert den Vergleich der operativen Leistung vor bestimmten Finanz- und Buchungspositionen, ist aber kein frei verfügbarer Cashflow. Prüfen Sie Bereinigungen, Investitionsbedarf und Inhaberabhängigkeit.
Anlagen und Vermögenswerte
Prüfen Sie Eigentum, Zustand und realistischen Wert von Anlagen, Immobilien und sonstigen Vermögenswerten. Unterscheiden Sie betriebsnotwendige Teile und klären Sie Sicherheiten oder Finanzierungen.
Konditionen verhandeln
Verhandeln Sie das Gesamtpaket, nicht nur den Kaufpreis. Warenbestand, Schulden, Ratenzahlungen, Garantien, Zeitplan und Unterstützung des Verkäufers verändern den wirtschaftlichen Wert.
So nutzen Sie diesen Leitfaden
Fordern Sie für wichtige Angaben Belege an und halten Sie offene Punkte fest. Vergleichen Sie Antworten mit Unterlagen, besuchen Sie den Betrieb bei Bedarf und besprechen Sie wesentliche Risiken vor einer Bindung mit Fachleuten. Ergänzen Sie fehlende Zahlen nicht durch eigene Vermutungen.
Unterlagen, die Sie vor dem nächsten Schritt anfordern sollten
Eine Verkaufsbeschreibung ersetzt keine Prüfung. Diese Unterlagen helfen, belegbare Fakten von Erwartungen zu unterscheiden:
- Bewertungsannahmen und Bereinigungen
- Wartungshistorie und ausstehende Investitionen
- Entwicklung des Working Capital und der Bestände
Fordern Sie Unterlagen passend zum Verhandlungsstand an und wahren Sie die Vertraulichkeit. Sensible Dokumente sollten erst nach Identitätsprüfung zugänglich sein.
Fazit
Eine gute Transaktion beginnt mit einem klaren Kaufgegenstand, überprüften Fakten und dokumentierten Vereinbarungen. Nutzen Sie diese Hinweise als Fragenkatalog, nicht als Ersatz für die Einzelfallprüfung.
Nur allgemeine Informationen, keine individuelle Rechts-, Steuer- oder Finanzberatung. Die Regeln hängen vom Einzelfall ab und können sich ändern.