Unternehmenszahlen helfen erst dann, wenn Herkunft, Aussagekraft und ausgeblendete Kosten bekannt sind. Eine solide Entscheidung verbindet Rechnungslegung, Liquidität, Investitionsbedarf und Kaufpreis.
Praxisbeispiel
Ein hohes EBITDA bedeutet nicht automatisch genug Liquidität für Kredittilgung, Ersatzinvestitionen und ein neues Managementgehalt.
Was Sie vor dem nächsten Schritt prüfen sollten
EBITDA richtig einordnen
EBITDA erleichtert den Vergleich der operativen Leistung vor bestimmten Finanz- und Buchungspositionen, ist aber kein frei verfügbarer Cashflow. Prüfen Sie Bereinigungen, Investitionsbedarf und Inhaberabhängigkeit.
Abschlüsse und historische Zahlen
Fordern Sie Abschlüsse mehrerer Jahre und aktuelle Zahlen an, nicht nur eine Einzelangabe. Gleichen Sie bei Bedarf Buchhaltung, Steuererklärungen, Bankdaten und Geschäftsbereiche ab.
Tatsächlicher Cashflow
Analysieren Sie tatsächliche Ein- und Auszahlungen, Zahlungsziele und Investitionsbedarf. Ein guter Buchgewinn garantiert keine ausreichende Liquidität für Schuldendienst und Betrieb.
Abhängigkeit vom Inhaber
Bewerten Sie die Abhängigkeit vom bisherigen Inhaber. Wenn nur diese Person Kunden gewinnt, Abläufe steuert oder Wissen besitzt, braucht der Käufer einen realistischen Nachfolgeplan.
Bewertungsmethoden
Ein einzelnes Bewertungsmultiple ist kein verbindliches Gutachten. Berücksichtigen Sie nachhaltige Erträge, Vermögenswerte, Risiken, Perspektiven und wirklich vergleichbare Transaktionen.
So nutzen Sie diesen Leitfaden
Fordern Sie für wichtige Angaben Belege an und halten Sie offene Punkte fest. Vergleichen Sie Antworten mit Unterlagen, besuchen Sie den Betrieb bei Bedarf und besprechen Sie wesentliche Risiken vor einer Bindung mit Fachleuten. Ergänzen Sie fehlende Zahlen nicht durch eigene Vermutungen.
Unterlagen, die Sie vor dem nächsten Schritt anfordern sollten
Eine Verkaufsbeschreibung ersetzt keine Prüfung. Diese Unterlagen helfen, belegbare Fakten von Erwartungen zu unterscheiden:
- Jahresabschlüsse der letzten drei Jahre
- Bewertungsannahmen und Bereinigungen
- Kontoauszüge und Abstimmungen
Fordern Sie Unterlagen passend zum Verhandlungsstand an und wahren Sie die Vertraulichkeit. Sensible Dokumente sollten erst nach Identitätsprüfung zugänglich sein.
Fazit
Eine gute Transaktion beginnt mit einem klaren Kaufgegenstand, überprüften Fakten und dokumentierten Vereinbarungen. Nutzen Sie diese Hinweise als Fragenkatalog, nicht als Ersatz für die Einzelfallprüfung.
Nur allgemeine Informationen, keine individuelle Rechts-, Steuer- oder Finanzberatung. Die Regeln hängen vom Einzelfall ab und können sich ändern.